Systemsprenger ist ein deutscher Spielfilm von Nora Fingscheidt aus dem Jahr 2019. Das Drama stellt ein 9-jähriges Mädchen in den Mittelpunkt, das als titelgebender Systemsprenger einen Leidensweg zwischen wechselnden Pflegefamilien und Anti-Aggressions-Trainings durchläuft.
Die Uraufführung des Films fand am 8. Februar 2019 im Wettbewerb der 69. Berlinale statt. Ein offizieller Kinostart in Deutschland ist für den 19. September 2019 geplant.
Handlung
Die 9-jährige Bernadette, genannt „Benni“, gilt als aggressiv und unberechenbar. Aufgrund traumatischer Erfahrungen in frühester Kindheit darf niemand ihr Gesicht berühren. Von der Sonderschule wird sie dauerhaft suspendiert und auch in keiner Pflegefamilie oder Wohngruppe hält sie es lange aus. Als sogenannter „Systemsprenger“ droht sie durch alle Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe zu fallen. Dabei sehnt sich Benni danach, wieder mit ihrer Mutter zusammenzuleben. Bianca ist aber ebenso überfordert und hat Angst vor der eigenen Tochter.[1][2] Gleichzeitig ist sie Mutter zweier weiterer minderjähriger Kinder.
In einem verzweifelten Versuch engagiert die warmherzige Frau Bafané vom Jugendamt einen Anti-Gewalt-Trainer für Benni. Micha, der dem Boxsport zugetan ist und bisher mit straffälligen Jugendlichen zusammengearbeitet hat, wird als Schulbegleiter eingestellt. Nach neuerlichen Gewaltausbrüchen verbringt er auf eigenen Vorschlag drei Wochen mit dem Mädchen im Wald. Obwohl er bei der Erlebnispädagogik an seine Grenzen stößt, lässt sich Benni auf ihn ein und er findet Zugang zu ihr. Als der Aufenthalt mit dem Mädchen endet, klammert sich Benni an Micha und möchte bei ihm bleiben. Micha hat aber eine eigene Familie und droht seine professionelle Distanz zu verlieren.[1][2] Er möchte den Fall abgeben. Als plötzlich Bennis Mutter Bianca auftaucht und anbietet, sie wieder bei sich aufzunehmen, scheint eine tragfähige Lösung gefunden. Bianca scheut aber im letzten Moment die Verantwortung und flüchtet vor dem gemeinsamen Gespräch. Frau Bafané erleidet in der Folge einen Nervenzusammenbruch, als sie Benni von der neuerlichen Enttäuschung berichten muss. Auch die Unterbringung bei einer früheren Pflegemutter schlägt fehl, da Benni ein dort bereits befindliches Pflegekind bei einem Wutausbruch schwer verletzt.
Benni wird als Zwischenlösung ihrer alten Obhutnahmestelle übergeben. Die geschlossene Unterbringung oder ein Auslandsaufenthalt werden als letzte Optionen für das Mädchen angesehen. Benni flüchtet aber zu Micha und seiner Familie, die sich bereiterklärt, sie für eine Nacht aufzunehmen. Als Benni am frühen Morgen mit Michas Sohn im Säuglingsalter spielt, eskaliert die Situation. Sie weigert sich das Kind der Mutter zu übergeben und schließt sich im Bad ein. Daraufhin bricht Micha in Panik die Tür auf. Benni flüchtet in den nahegelegenen Wald und wird Stunden später unterkühlt aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Ein weiterer Versuch, das Mädchen später auf einen Auslandsaufenthalt nach Afrika zu schicken, schlägt ebenfalls fehl. Benni flüchtet aus dem Sicherheitsbereich auf das Dach des Flughafens.
Entstehungsgeschichte
Für Nora Fingscheidt ist Systemsprenger der erste abendfüllende Spielfilm als Regisseurin. Eigenen Angaben zufolge wurde sie auf das Thema bei den Dreharbeiten zur gemeinsam mit Simone Gaul inszenierten Dokumentation Das Haus neben den Gleisen (2014) aufmerksam. Der Film zeigt den Alltag in der Frauenpension Stuttgart, einem Heim für wohnungslose Frauen. Unter den Frauen, die Fingscheidt dort kennenlernte, war auch ein 14-jähriges Mädchen, das als Systemsprenger in keiner anderen Institution der Jugendhilfe mehr Aufnahme gefunden hatte.[3]
Das Drehbuch zum Film schrieb Fingscheidt nach langer Recherche über einen Zeitraum von fünf Jahren.[4] In dieser Zeit lebte oder arbeitete sie in Wohngruppen, in einer Schule für Erziehungshilfe, einer Obhutnahmestelle, einer Kinderpsychiatrie und führte Gespräche mit Mitarbeitern von Institutionen oder Ämtern sowie Kinder- und Jugendpsychologen.[5] Fingscheidt drehte Systemsprenger eigenen Angaben zufolge, um Verständnis für schwer traumatisierte Kinder wie Benni zu wecken.[3] Sie entschied sich bewusst für ein 9-jähriges Mädchen als Hauptfigur, auch wenn Jungen als Systemsprenger in der Überzahl sind. Eigenen Angaben zufolge wollte sie sich damit von „Klischees und vorschnellen Kategorisierungen fernhalten“, wie z. B. der pubertären Rebellion bei einem 14-jährigen Mädchen.[6] Einen Dokumentarfilm über Systemsprenger zu drehen, habe für Fingscheidt nie als Option gedient. „Ich wollte ein wildes energiegeladenes audiovisuelles Kinoerlebnis erschaffen, das keinen Anspruch auf Realitätswiedergabe erhebt. Denn die Realität ist viel schlimmer“, so Fingscheidt
Für die Hauptrolle wurde die Berliner Kinderdarstellerin Helena Zengel verpflichtet. Obwohl sich Fingscheidt etwa 150 Mädchen ansah, befand sich Zengel bereits in der ersten Auswahl von zehn Kandidatinnen. Die Filmemacherin kam immer wieder auf das Mädchen zurück. Laut Fingscheidt war sie das einzige Kind, das Aggression gemeinsam mit Not spielen konnte. „Da war nie etwas rein Verzogenes oder Freches zu sehen, es war immer mit Fragilität und Verletzlichkeit verknüpft“, so Fingscheidt. Als Vorbereitung für Systemsprenger las Zengels Mutter zuerst allein mit ihrer Tochter das Drehbuch. Sechs Monate vor Beginn der Dreharbeiten begann Fingscheidt mit dem Mädchen zu arbeiten, das auch bei der Auswahl der Schauspieler bis in die kleinste Nebenrolle mitintegriert war. Bei den eigentlichen Dreharbeiten wurden mit Zengel jeweils einen Tag vorher Texte und Szenen geprobt.[7]
Die Dreharbeiten fanden in Koproduktion mit dem Kleinen Fernsehspiel vom ZDF in Hamburg, der Lüneburger Heide und Berlin statt. Die Produktion von Weydemann Bros. GmbH, Kineo Filmproduktion und Oma Inge Film wurde von 7. November 2017 bis 27. März 2018 abgedreht.[8][9]
Rezeption
Bei der Berlinale 2017 wurde Fingscheidts noch unverfilmtes Drehbuch mit dem Kompagnon-Förderpreis des Programms Berlinale Talents prämiert. Die Jury um Feo Aladag, Sigrid Hoerner und Johannes Naber lobte das Skript als „beklemmendes, einfühlsames und genau recherchiertes Szenario über unser pädagogisches System und ein ergreifendes, humanistisches Plädoyer für die ‚Schwierigen‘, die Nicht-Konformen, die vermeintlich Dysfunktionalen“.[10]
Bei der Uraufführung erhielt Systemsprenger im internationalen Kritikenspiegel der britischen Fachzeitschrift Screen International zwei von vier möglichen Sternen und belegte damit einen 11. Platz unter allen 16 Berlinale-Wettbewerbsfilmen. Emin Alpers Kız Kardeşler und Nadav Lapids Synonymes (je 3,0) führten die Rangliste an.[11]
Oliver Kaever (Spiegel Online) rezensierte Systemsprenger in einer Kurzkritik als „Anti-Familienfilm“ und lobte die Leistung der Schauspieler als „grandios“, vor allem Hauptdarstellerin Helena Zengel. „Systemsprenger ist ein typischer Debütfilm, in der Wahl der filmischen Mittel überschwänglich, dramaturgisch mäandernd und zu lang, aber seine rohe und ungeschliffene Energie belebt den in dieser Anfangsphase reichlich behäbigen Berlinale-Wettbewerb“, so Kaever.[12]
Ebenfalls ins Lob für die Hauptdarstellerin stimmte Verena Lueken (Frankfurter Allgemeine Zeitung) ein und bezeichnete den Film als „Überraschung“. Fingscheidt habe kein Sozialdrama gedreht, sondern „Körperkino“ und verwies auf die effektive Tonspur.[13] Wenke Husmann (Zeit Online) stufte in ihrem Resümee zur endenden Berlinale den Film gemeinsam mit Angela Schanelecs Ich war zuhause, aber als „herausragend“ ein.[14]
Auszeichnungen
Noch vor Realisierung von Systemsprenger wurde Fingscheidts unveröffentlichtes Drehbuch mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet. 2019 konkurrierte sie erstmals bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin um den Goldenen Bären, den Hauptpreis des Festivals. Der Film wurde im August 2019 als deutscher Vorschlag für die Kategorie „bester internationaler Film“ bei der Oscarverleihung 2020 ausgewählt.
Vorproduktion
Auszeichnungen vor Fertigstellung des Films:
2016: Emder Drehbuchpreis
2017: Kompagnon-Förderpreis des Programms Berlinale Talents
2017: Thomas Strittmatter Drehbuchpreis
Film- und Festivalpreise
Gewonnene Preise nach Fertigstellung des Films im Jahr 2019:[15]
Internationale Filmfestspiele Berlin
Alfred-Bauer-Preis
Preis der Leserjury der Berliner Morgenpost[16]
Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern[17]
Hauptpreis Fliegender Ochse (Nora Fingscheidt)
Förderpreis der DEFA-Stiftung
Preis für die beste Musik- und Tongestaltung – Dominik Leube und Oscar Stiebitz (Sounddesign), Corinna Zink und Jonathan Schorr (Ton) sowie John Gürtler (Musik)
FIPRESCI-Preis
Internationales Filmfest Emden-Norderney
DGB-Filmpreis (Nora Fingscheidt)
Creative Energy Award (Helena Zengel, Schauspiel und Nora Fingscheidt, Regie)
Molodist Filmfestival Kiew
Preis der Ökumenischen Jury
Lux-Filmpreis
Offizielle Auswahl[18]
Taipei Film Festival
Hauptpreis – International New Talent Competition (Nora Fingscheidt)[19]
Transatlantyk Festival Łódź
Transatlantyk Distribution Award – Wettbewerb „New Cinema“ (Nora Fingscheidt)[20]
Transilvania International Film Festival
Publikumspreis
Vukovar Film Festival
Bester Film
Die Uraufführung des Films fand am 8. Februar 2019 im Wettbewerb der 69. Berlinale statt. Ein offizieller Kinostart in Deutschland ist für den 19. September 2019 geplant.
Handlung
Die 9-jährige Bernadette, genannt „Benni“, gilt als aggressiv und unberechenbar. Aufgrund traumatischer Erfahrungen in frühester Kindheit darf niemand ihr Gesicht berühren. Von der Sonderschule wird sie dauerhaft suspendiert und auch in keiner Pflegefamilie oder Wohngruppe hält sie es lange aus. Als sogenannter „Systemsprenger“ droht sie durch alle Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe zu fallen. Dabei sehnt sich Benni danach, wieder mit ihrer Mutter zusammenzuleben. Bianca ist aber ebenso überfordert und hat Angst vor der eigenen Tochter.[1][2] Gleichzeitig ist sie Mutter zweier weiterer minderjähriger Kinder.
In einem verzweifelten Versuch engagiert die warmherzige Frau Bafané vom Jugendamt einen Anti-Gewalt-Trainer für Benni. Micha, der dem Boxsport zugetan ist und bisher mit straffälligen Jugendlichen zusammengearbeitet hat, wird als Schulbegleiter eingestellt. Nach neuerlichen Gewaltausbrüchen verbringt er auf eigenen Vorschlag drei Wochen mit dem Mädchen im Wald. Obwohl er bei der Erlebnispädagogik an seine Grenzen stößt, lässt sich Benni auf ihn ein und er findet Zugang zu ihr. Als der Aufenthalt mit dem Mädchen endet, klammert sich Benni an Micha und möchte bei ihm bleiben. Micha hat aber eine eigene Familie und droht seine professionelle Distanz zu verlieren.[1][2] Er möchte den Fall abgeben. Als plötzlich Bennis Mutter Bianca auftaucht und anbietet, sie wieder bei sich aufzunehmen, scheint eine tragfähige Lösung gefunden. Bianca scheut aber im letzten Moment die Verantwortung und flüchtet vor dem gemeinsamen Gespräch. Frau Bafané erleidet in der Folge einen Nervenzusammenbruch, als sie Benni von der neuerlichen Enttäuschung berichten muss. Auch die Unterbringung bei einer früheren Pflegemutter schlägt fehl, da Benni ein dort bereits befindliches Pflegekind bei einem Wutausbruch schwer verletzt.
Benni wird als Zwischenlösung ihrer alten Obhutnahmestelle übergeben. Die geschlossene Unterbringung oder ein Auslandsaufenthalt werden als letzte Optionen für das Mädchen angesehen. Benni flüchtet aber zu Micha und seiner Familie, die sich bereiterklärt, sie für eine Nacht aufzunehmen. Als Benni am frühen Morgen mit Michas Sohn im Säuglingsalter spielt, eskaliert die Situation. Sie weigert sich das Kind der Mutter zu übergeben und schließt sich im Bad ein. Daraufhin bricht Micha in Panik die Tür auf. Benni flüchtet in den nahegelegenen Wald und wird Stunden später unterkühlt aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Ein weiterer Versuch, das Mädchen später auf einen Auslandsaufenthalt nach Afrika zu schicken, schlägt ebenfalls fehl. Benni flüchtet aus dem Sicherheitsbereich auf das Dach des Flughafens.
Entstehungsgeschichte
Für Nora Fingscheidt ist Systemsprenger der erste abendfüllende Spielfilm als Regisseurin. Eigenen Angaben zufolge wurde sie auf das Thema bei den Dreharbeiten zur gemeinsam mit Simone Gaul inszenierten Dokumentation Das Haus neben den Gleisen (2014) aufmerksam. Der Film zeigt den Alltag in der Frauenpension Stuttgart, einem Heim für wohnungslose Frauen. Unter den Frauen, die Fingscheidt dort kennenlernte, war auch ein 14-jähriges Mädchen, das als Systemsprenger in keiner anderen Institution der Jugendhilfe mehr Aufnahme gefunden hatte.[3]
Das Drehbuch zum Film schrieb Fingscheidt nach langer Recherche über einen Zeitraum von fünf Jahren.[4] In dieser Zeit lebte oder arbeitete sie in Wohngruppen, in einer Schule für Erziehungshilfe, einer Obhutnahmestelle, einer Kinderpsychiatrie und führte Gespräche mit Mitarbeitern von Institutionen oder Ämtern sowie Kinder- und Jugendpsychologen.[5] Fingscheidt drehte Systemsprenger eigenen Angaben zufolge, um Verständnis für schwer traumatisierte Kinder wie Benni zu wecken.[3] Sie entschied sich bewusst für ein 9-jähriges Mädchen als Hauptfigur, auch wenn Jungen als Systemsprenger in der Überzahl sind. Eigenen Angaben zufolge wollte sie sich damit von „Klischees und vorschnellen Kategorisierungen fernhalten“, wie z. B. der pubertären Rebellion bei einem 14-jährigen Mädchen.[6] Einen Dokumentarfilm über Systemsprenger zu drehen, habe für Fingscheidt nie als Option gedient. „Ich wollte ein wildes energiegeladenes audiovisuelles Kinoerlebnis erschaffen, das keinen Anspruch auf Realitätswiedergabe erhebt. Denn die Realität ist viel schlimmer“, so Fingscheidt
Für die Hauptrolle wurde die Berliner Kinderdarstellerin Helena Zengel verpflichtet. Obwohl sich Fingscheidt etwa 150 Mädchen ansah, befand sich Zengel bereits in der ersten Auswahl von zehn Kandidatinnen. Die Filmemacherin kam immer wieder auf das Mädchen zurück. Laut Fingscheidt war sie das einzige Kind, das Aggression gemeinsam mit Not spielen konnte. „Da war nie etwas rein Verzogenes oder Freches zu sehen, es war immer mit Fragilität und Verletzlichkeit verknüpft“, so Fingscheidt. Als Vorbereitung für Systemsprenger las Zengels Mutter zuerst allein mit ihrer Tochter das Drehbuch. Sechs Monate vor Beginn der Dreharbeiten begann Fingscheidt mit dem Mädchen zu arbeiten, das auch bei der Auswahl der Schauspieler bis in die kleinste Nebenrolle mitintegriert war. Bei den eigentlichen Dreharbeiten wurden mit Zengel jeweils einen Tag vorher Texte und Szenen geprobt.[7]
Die Dreharbeiten fanden in Koproduktion mit dem Kleinen Fernsehspiel vom ZDF in Hamburg, der Lüneburger Heide und Berlin statt. Die Produktion von Weydemann Bros. GmbH, Kineo Filmproduktion und Oma Inge Film wurde von 7. November 2017 bis 27. März 2018 abgedreht.[8][9]
Rezeption
Bei der Berlinale 2017 wurde Fingscheidts noch unverfilmtes Drehbuch mit dem Kompagnon-Förderpreis des Programms Berlinale Talents prämiert. Die Jury um Feo Aladag, Sigrid Hoerner und Johannes Naber lobte das Skript als „beklemmendes, einfühlsames und genau recherchiertes Szenario über unser pädagogisches System und ein ergreifendes, humanistisches Plädoyer für die ‚Schwierigen‘, die Nicht-Konformen, die vermeintlich Dysfunktionalen“.[10]
Bei der Uraufführung erhielt Systemsprenger im internationalen Kritikenspiegel der britischen Fachzeitschrift Screen International zwei von vier möglichen Sternen und belegte damit einen 11. Platz unter allen 16 Berlinale-Wettbewerbsfilmen. Emin Alpers Kız Kardeşler und Nadav Lapids Synonymes (je 3,0) führten die Rangliste an.[11]
Oliver Kaever (Spiegel Online) rezensierte Systemsprenger in einer Kurzkritik als „Anti-Familienfilm“ und lobte die Leistung der Schauspieler als „grandios“, vor allem Hauptdarstellerin Helena Zengel. „Systemsprenger ist ein typischer Debütfilm, in der Wahl der filmischen Mittel überschwänglich, dramaturgisch mäandernd und zu lang, aber seine rohe und ungeschliffene Energie belebt den in dieser Anfangsphase reichlich behäbigen Berlinale-Wettbewerb“, so Kaever.[12]
Ebenfalls ins Lob für die Hauptdarstellerin stimmte Verena Lueken (Frankfurter Allgemeine Zeitung) ein und bezeichnete den Film als „Überraschung“. Fingscheidt habe kein Sozialdrama gedreht, sondern „Körperkino“ und verwies auf die effektive Tonspur.[13] Wenke Husmann (Zeit Online) stufte in ihrem Resümee zur endenden Berlinale den Film gemeinsam mit Angela Schanelecs Ich war zuhause, aber als „herausragend“ ein.[14]
Auszeichnungen
Noch vor Realisierung von Systemsprenger wurde Fingscheidts unveröffentlichtes Drehbuch mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet. 2019 konkurrierte sie erstmals bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin um den Goldenen Bären, den Hauptpreis des Festivals. Der Film wurde im August 2019 als deutscher Vorschlag für die Kategorie „bester internationaler Film“ bei der Oscarverleihung 2020 ausgewählt.
Vorproduktion
Auszeichnungen vor Fertigstellung des Films:
2016: Emder Drehbuchpreis
2017: Kompagnon-Förderpreis des Programms Berlinale Talents
2017: Thomas Strittmatter Drehbuchpreis
Film- und Festivalpreise
Gewonnene Preise nach Fertigstellung des Films im Jahr 2019:[15]
Internationale Filmfestspiele Berlin
Alfred-Bauer-Preis
Preis der Leserjury der Berliner Morgenpost[16]
Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern[17]
Hauptpreis Fliegender Ochse (Nora Fingscheidt)
Förderpreis der DEFA-Stiftung
Preis für die beste Musik- und Tongestaltung – Dominik Leube und Oscar Stiebitz (Sounddesign), Corinna Zink und Jonathan Schorr (Ton) sowie John Gürtler (Musik)
FIPRESCI-Preis
Internationales Filmfest Emden-Norderney
DGB-Filmpreis (Nora Fingscheidt)
Creative Energy Award (Helena Zengel, Schauspiel und Nora Fingscheidt, Regie)
Molodist Filmfestival Kiew
Preis der Ökumenischen Jury
Lux-Filmpreis
Offizielle Auswahl[18]
Taipei Film Festival
Hauptpreis – International New Talent Competition (Nora Fingscheidt)[19]
Transatlantyk Festival Łódź
Transatlantyk Distribution Award – Wettbewerb „New Cinema“ (Nora Fingscheidt)[20]
Transilvania International Film Festival
Publikumspreis
Vukovar Film Festival
Bester Film
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